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SKULPTUREN

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ZEICHNUNGEN

Bildschirmfoto 2020-12-15 um 17.53.25.pn

KERAMIK

Das skulpturale Zusammenspiel von weiblichen und männlichen Komponenten, von Raum und Figur betrachtet Nadia als untrennbare Einheit. Dennoch wirken die organischen Figuren meist weiblich. Ihr Brutalismus ist sehr nah an der Emotion.

 

Die unsentimentale, wenn man so will, schonungslos, entblössende Darstellung primärer Geschlechtsmerkmale suggeriert Verletztheit und einen archaisch, matriarchalischen Feminismus.

 

In ihrer Absicht, Frauen weiterzubringen scheint Nadias Formsprache in eine Epoche weit vor Feminismus und Matriarchat zurückzureichen, in die mythische Vorzeit von Platons
x-geschlechtlichen Kugelwesen.

 

Gabor Baksay

Im ehrwürdigen Genre des gezeichneten Brutalismus, sind Nadia Vetschs Blätter noch einen Tick extra-brutaler. Brutal nicht im Sinne von provozieren wollen – nichts läge der leidenschaftlichen Ästhetin ferner – sondern im Sinne von unverfälschtem Ausdruck jenseits der Gefälligkeit und schonungsloser Missachtung der eigenen Eitelkeit.

 

Als ihre eigene Meisterschülerin erfüllt sie die Forderung der Moderne, das bis dato gültige Regelwerk über Bord zu werfen, um im Alleingang eine eigene Akademie zu gründen, mit einem ebenso verbindlichem Regelwerk, aber eben dem eigenen.

 

Nadia Vetsch ist gewiss nicht die einzige, die mit stark reduzierten Stilmitteln halbabstrakte Figuren zu Papier bringt, aber die Konsequenz und der Eigensinn, mit dem sie das tut, ist herausragend. Ihr heisser Draht, der ihre Hand mit ihrem Empfinden verbindet, schafft eine Intimität und Zärtlichkeit, die, alles andere als brutal, im besten Sinne weiblich ist.

 

Gabor Baksay